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Rund um Taurin

Taurin ist als Beta-Aminoethansulfonsäure normalerweise eine NICHT essentielle Aminosäure, die der Körper mit Hilfe von Cyst(e)in bilden kann.

Bei Katzen und Frettchen ist die Eigensynthese von Taurin zu gering, um ihren Bedarf über das Futter zu decken.
Somit ist Taurin für Katzen und Frettchen ein essentieller Nährstoff, der über das Futter (Ernährung) als Supplement zugeführt werden sollte.

Auch bei Hunden kann die Eigensynthese (teilweise rassebedingt) zu gering oder der Bedarf durch verschiedene Erkrankungen erhöht sein. Ein Taurinmangel kann bei Hunden mittels einer Blutuntersuchung festgestellt werden.
Nach Operationen, Trauma, Sepsis und bei Entzündungen, Krebs und ebenfalls Epilepsie ist die Taurinkonzentration im Körper verringert.
Diese geringe Taurinkonzentration kann zu Entwicklungs- bzw. Wachstumsstörungen, Immundefiziten, Sehschwäche (bis hin zur Erblindung) und Herzerkrankungen führen.
Eine Supplementierung von Taurin ist sinnvoll bei:
Herzschwäche, Epilepsie, Lebererkrankungen, cerebrale Erkrankungen etc.

Eine Verbesserung des Haut- und Haarkleides können Sie bereits nach ein paar Tagen Taurinsupplementierung beobachten.

Der Tauringehalt der nachfolgend aufgeführten Lebensmittel bezieht sich auf jeweils 100g.

Maus

240mg

Schweinefilet (Filet)

50mg

Rindfleisch (Filet)

36mg

Kalbsfleisch

40mg

Huhn (Keule)

34mg

Lamm

47mg

Vollmilch

6mg

Dorsch

31mg

Austern

70mg

Thunfisch

70mg

Frische Muscheln

250mg

Dosierung von Taurin
Damit die Katze ausreichend Taurin zugeführt bekommt, sollte ihr täglich – je nach Fütterungsart - 100-500mg Taurin unter das Futter gemischt werden.
Bei Rohfleisch verringert sich der Tagesbedarf an Taurin entsprechend.

Handhabung Taurin:
Taurin sollte nur mit lauwarmen Wasser vermischt werden (nicht mitkochen), da es in zu großer Hitze zerstört werden kann. Als Zusatzstoff sollte es mit unter das Futter gemischt werden. Das Vermischen ist sehr wichtig, da reines Taurin reizend sein kann.
Taurin sollte dunkel und trocken gelagert werden.

Hat Taurin Nebenwirkungen?
Es sind wenige Nebenwirkungen bekannt.
Gelegentlich treten Magenverstimmungen auf.

Allgemeines Wissen zu Taurin:
Taurin wurde in den 20ger Jahren des 18. Jahrhunderts in der Galle vom Rind (lat. taurus) entdeckt, daher der Name Taurin, abgeleitet vom griechischen tauros = Stier
- Taurin ist eine Beta-Aminoethansulfonsäure, trotzdem wird Taurin den Aminosäuren (Aminocarbonsäuren) zugeordnet
- Taurin ist nicht proteinogen (bedeutet "nicht Proteine erzeugend")
- Taurin kommt in allen tierischen Geweben und Muttermilch vor, aber nicht in Pflanzen
- begrenzte Synthese aus Methionin und Cystein in der Leber
- Hauptquelle von Taurin: Zufuhr über die Nahrung

Zum besseren Verständnis hier ein kleiner Überblick der verschiedenen Aminosäuren:

Aminosäuren,essentielle
Essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann.
Deshalb sollten sie dem Organismus mit der Nahrung oder mittels Nahrungsergänzungen zugeführt werden. Ein dauerhafter Mangel an essentiellen Aminosäuren oder ihr Fehlen kann den Stoffwechsel beeinträchtigen. Zu den essentiellen Aminosäuren gehören u.a. Leucin, Lycin, Methionin, Valin etc.
Aminosäuren, nicht essentielle
Nicht essentielle Aminosäuren gehören zu den Aminosäuren, die der Körper mit Hilfe von Zucker und anderen in der Nahrung enthaltenen Stoffen selbst in ausreichender Menge herstellen kann.
Zu den nicht essentiellen Aminosäuren gehören u.a. Alanin, Asparagin, Prolin, Taurin
Aminosäuren, semi-essentielle
Zu den semi-essentiellen Aminosäuren zählt man die Aminosäuren, bei denen die körpereigene Herstellung in Belastungssituationen wie z.B. dauerhafter Stress oft nicht vollständig ausreicht. Dann können sie dem Organismus gezielt mit der Nahrung oder mittels Nahrungsergänzungen zugeführt werden. Zu den semi-essentiellen Aminosäuren gehören u.a. Arginin oder Tyrosin etc.
Aminosäuren, freie
Freie Aminosäuren sind Aminosäuren, die nicht als Kombination mehrerer Aminosäuren sondern einzeln vorkommen. Will man gezielt den Stoffwechsel unterstützen, so kann man freie Aminosäuren zu sich nehmen, da diese in der Regel relativ leicht vom Körper aufgenommen werden. Zu den freien Aminosäuren gehören Citrullin und Ornithin.

Welche Aufgaben und Funktionen hat Taurin im Körper?
Für die Entwicklung des zentralen Nervensystems und den Flüssigkeitshaushalt der Körperzellen spielt Taurin eine wichtige Rolle.
Ein wichtiger Aspekt von Taurin ist seine Eigenschaft, Stoffen den Eintritt in die Blutbahn zu erleichtern.

Beim Menschen ergeben sich daraus zum Teil folgende Probleme:
In den sogenannten Energie-Drinks ist ebenfalls Taurin enthalten. Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, Drogen oder Alkohol wird deren Wirkung gesteigert, da Taurin auch den Eintritt dieser Stoffe in die Blutbahn erleichtert.

Taurin ist an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt:
Zum einen ist es Bestandteil von Neurotransmittern, die für Nervenfunktionen (inhibitorische Reizübertragung) wichtig sind. Durch diese Stabilisierung der Nervenbahnen wirkt sich Taurin auch positiv z.B. auf Epilepsie aus.
Zum anderen reguliert es die Calcium - Selbstregulation in Herz und Auge. Dadurch gewährleistet Taurin, dass leicht erregbare Zellmembranen im Herzen, in den Nerven und Blutplättchen beruhigt und gestärkt werden, d.h. das Herz schlägt gleichmäßiger und der Sehvorgang wird aufrecht erhalten.

Darüber hinaus hat es große Bedeutung im Leberstoffwechsel: Es kann freie Radikale unschädlich machen und beispielsweise Umweltschadstoffe, Chemikalien etc. in der Leber binden und entgiften.

Taurin fördert weiter die ausgeglichene Funktion der Gallensäuren und trägt zu einem gesunden Fettstoffwechsel bei.
Außerdem reguliert es auch den Flüssigkeitshaushalt der Zellen.

Falls Ihre Katze kein Taurin-Pulver in Ihrem Futter akzeptiert, sind die Sanal-Taurin-Tabletten eine gute Alternative.

Anmerkung:Immer wieder taucht die Aussage auf, dass Taurin in Futtermittelshops sehr teuer sei. Dass man es in Nicht-Futtermittel-Shops günstiger bekommen würde.Bitte beachten Sie unbedingt diesbezüglich nachfolgende Hinweise: Lilly´s Bar Taurin ist ein reiner Futtermittel-Zusatzstoff für Tiere. Es hat entsprechende Zulassungskontrollen durchlaufen und wir haben ebenfalls die Zulassung nach Artikel 10 Nr. 1 a) der Futtermittel-Verordnung (EG) Nr. 183/2005 vom 12. Januar 2005 um es verkaufen zu dürfen.Bei sehr günstigem Taurin in einschlägigen Nicht-Futtermittel-Shops sollten Sie die mögliche hohe Schadstoff- oder Schwermetallbelastung sowie auch die geringere Reinheit berücksichtigen. Gerne stehe ich Ihnen zu weiteren Fragen zur Verfügung.

© Simone Wurth